Mit Hör Hin Vol. 7 wird das Schützenhaus einmal mehr zum Ort für ehrliche, unmittelbare Live-Musik. Drei Acts, drei unterschiedliche musikalische Handschriften – und doch eine gemeinsame Haltung: Nähe, Echtheit und der Wunsch, Menschen für einen Abend aus dem Alltag zu holen.
Wir haben im Vorfeld mit den Künstlerinnen und Künstlern gesprochen – über das, was ihre Musik antreibt, was auf der Bühne entsteht und was sie dem Publikum mitgeben möchten.
Den Anfang macht Luise Liebisch, deren Songs genau dort ansetzen, wo Gefühle nicht mehr glatt sind. Für sie beginnt ein neuer Song oft mit ein, zwei Zeilen – und wenn daraus nichts fließt, lässt sie es auch bleiben. Ihre Musik lebt von Ehrlichkeit und einer wachsenden Bereitschaft, Verletzlichkeit zuzulassen. Themen wie das Erwachsenwerden, das Ankommen im Leben und gleichzeitig die Angst davor ziehen sich durch ihre aktuellen Songs. Dazu kommt ein spürbarer Weltschmerz – und der Wunsch, sich trotz allem kleine Momente zu schaffen, in denen man einfach Mensch sein darf. Genau diese Mischung aus Nachdenklichkeit und Hoffnung trägt sie auch auf die Bühne, wo für sie vor allem eines zählt: echte Verbindung – egal ob ganz nah auf kleinen Bühnen oder getragen von der Energie eines größeren Publikums.
Deine Songs sind sehr ehrlich und nahbar – wo beginnt für dich ein neuer Song?
Ein neuer Song beginnt für mich mit 1-2 Zeilen im Kopf zu einem bestimmten Thema oder Menschen. Der Rest fließt dann meistens von selbst. Und wenn es nicht fließt, wird es am Ende meist kein guter Song.
Welche Gefühle oder Themen beschäftigen dich aktuell besonders?
Am allermeisten das Thema „erwachsen werden“.. ich bin absoluter Freigeist und habe schon mein Leben lang mehr Angst davor, anzukommen als aufzubrechen. Dieses Jahr werde ich heiraten und das macht viel mit mir. Ehefrau zu sein. In dieser (angehenden) Rolle lerne ich mich selbst ganz neu kennen. Ich werde ruhiger, aber dennoch nicht weniger abenteuerlustig. Diese Kluft verarbeite ich dann auch in meiner Musik.
Das zweite Thema ist Weltschmerz. Die Welt ist im Wandel und man spürt es den Menschen an. Es fehlt irgendwie die Lebendigkeit in unseren Gesichtern. Mal wieder sorglos durch die Nacht tanzen, lachen, gute Gespräche führen und ein Desperados zu viel trinken – Diese Momente werden immer weniger und die Sorgen und Ängste immer größer. Wir müssen versuchen, uns trotz der vielen Probleme, immer wieder kleine Inseln bauen, auf denen wir einfach mal Mensch sein können. Kleine Momente mit unseren Liebsten, die uns wieder spüren lassen, dass wir am Leben sind. Dass Leben wirklich schön sein kann. Das ist einfach gesagt, aber umso wichtiger.
Was bedeutet es dir, mit deiner Musik auch Verletzlichkeit zu zeigen?
Sehr sehr viel! Ich gebe zu, in meinem ersten Album hab ich mich noch kaum richtig getraut, Nahbarkeit und Verletzlichkeit zuzulassen…. Aber in meinen aktuellen Songs (die hoffentlich bald veröffentlicht werden), ist knallharte Verletzlichkeit da. Ich finde Ehrlichkeit so wichtig, um die Hörer wirklich mit in die eigene Welt nehmen zu können und alle Hüllen fallen zu lassen. Dafür ist Kunst da!
Wie erlebst du die Verbindung zum Publikum auf der Bühne?
Das ist unterschiedlich! Und es kommt auf die Bühne an. 😉 Auf kleinen Bühnen, die vielleicht sogar ebenerdig sind und man mit dem Publikum auf Augenhöhe ist, genieße ich die Nähe und genieße es, direkt jede Reaktion des Publikums hautnah zu erleben. Da ist für mich immer ein besondere Connection da. Ohne Filter, ohne Scheinwerferlicht dazwischen.
ABER auch die großen Bühnen genieße ich. Anders allerdings. Wenn man vor 300-400 oder mehr Menschen spielt und man niemals jeden einzelnen Kopf erfassen kann, spürt man trotzdem die Stimmung im Raum. Man spürt die Grundenergie der Menschen sobald man die Bühne betritt. Sind die meisten gestresst und gehetzt, hatten vielleicht einen doofen Moment beim Einlass? Oder sind die Leute überwiegend entspannt und haben eine gute Zeit – ich schwöre.. man spürt es! Und das finde ich absolut unglaublich.
Was möchtest du den Menschen mitgeben, die dich bei Hör Hin hören?
Liebt! Jeden, auch die, die ihr nicht leiden könnt – (denen vergebt) aber vorallem euch selbst.
Klingt wie‘n Gebet! 😂 Aber ich meine das wirklich so.
Auch bei Gutbier & Vogeler steht die Verbindung im Mittelpunkt – allerdings auf eine andere Art. Ihr Sound ist geprägt von gemeinsamer Geschichte, von Freundschaft und einem tiefen musikalischen Verständnis füreinander. Songs entstehen oft aus einer Idee, einem Gefühl – und der Frage, wie man das in Worte fassen kann. Ihre Texte tragen eine melancholische Klarheit in sich, die über die Jahre gewachsen ist. Live geht es für sie darum, loszulassen, den Kopf auszuschalten und ganz im Moment zu sein. Wenn sie gemeinsam mit ihrer Band auf der Bühne stehen, entsteht genau das, was ihre Musik ausmacht: ein Austausch. Zwischen ihnen, untereinander – und mit dem Publikum. Rau, ehrlich und doch zugänglich.
Eure Musik lebt stark von eurer Verbundenheit – wie entsteht ein Song bei euch gemeinsam?
In 9/10 Fällen haben wir eine instrumentale Idee und stellen uns dann die Frage: Was bewegt uns gerade und kriegen wir das in Worte gefasst? Dieser Step ist meist der, der am längsten dauert. Dadurch, dass wir uns schon so lang kennen und Musik machen wird das aber immer einfacher. Wir wissen, wie wir ticken. Können uns gut in den jeweils anderen reinversetzen und machen oft auch abseits der Musik geteilte Erfahrungen. Das ist ein großer Gewinn fürs Songschreiben!
Viele eurer Texte wirken melancholisch, aber klar – woher kommt diese Stimmung?
Puh, am zu vielen Gedanken machen? 😅 Die Klarheit kam erst mit den Jahren, früher haben wir gefühlt viel lyrischer getextet. Unsere Sprache ist mit uns und unseren Erfahrungen, unserer Sicht auf Dinge, dem erwachsen werden mitgewachsen. Vielleicht ist das ein natürliches ‚klarer‘ werden. Unsere aktuelle Single ‚Ich komm näher ran‘ z.B. handelt mitunter davon. Die Melancholie, die kommt ganz von selbst. Die ist irgendwie in unserer DNA.
Was macht für euch einen richtig guten Live-Abend aus?
Wenn man richtig den Kopf ausschalten kann und sich einfach nur auf den Moment, die Musik, das Publikum einlassen kann. Und hinterher kommt man verschwitzt und beseelt von der Bühne.
Welche Rolle spielt eure Band für euren Sound auf der Bühne?
Eine große! Wir kennen uns ewig, können uns vor und auf der Bühne aufeinander verlassen. Diese Verbundenheit hat unfassbar viel Einfluss auf Sound. Nichtsdestotrotz wissen wir, unsere Musik ‚funktioniert‘ auch im Duo super, denn da hat sie ihren Ursprung. Die Jungs sind unsere persönliche Kirsche auf der Torte!
Was erwartet das Publikum bei Hör Hin ganz konkret von euch?
Das Schöne an einem Konzert ist doch, dass eine Art ‚Austausch‘ entsteht. Darauf freuen wir uns am meisten und wahrscheinlich sehnen wir uns in der heutigen Zeit doch alle danach? Dafür haben wir ein paar Songs im Gepäck, teils vielleicht sogar ein paar ganz neue! Wir sind selber sehr gespannt auf unsere Premiere bei Hör Hin!
Mit Palacity kommt eine ganz andere Farbe ins Spiel. Sein selbst definierter „Peach-Pop“ klingt nach Sonnenaufgang, Leichtigkeit und positiven Vibes – und ist gleichzeitig tief persönlich. Seine Songs erzählen von eigenen Erfahrungen, von Narben und Emotionen, verpackt in mitreißende Melodien und moderne Sounds. Für ihn gibt es kaum etwas Größeres, als diese Musik live zu teilen und mit Menschen in Verbindung zu treten. Konzerte sind für ihn kleine Fluchten aus dem Alltag – Momente, in denen man loslassen, tanzen und einfach da sein kann. Genau deshalb passt Hör Hin für ihn so gut: nahbar, echt und getragen von einer besonderen Atmosphäre.
Was diesen Abend verbindet, ist mehr als nur Musik. Es ist das gemeinsame Bedürfnis nach Austausch, nach Nähe und nach Momenten, die bleiben. Drei Acts, die auf ganz unterschiedliche Weise genau das schaffen – mal leise und verletzlich, mal rau und melancholisch, mal voller Energie und Leichtigkeit.
Oder, wie man es vielleicht am besten zusammenfassen kann:
Ein Abend, der nicht nur gehört werden will – sondern gefühlt.
Dein Sound wird oft als „Peach-Pop“ beschrieben – was steckt für dich dahinter?
Peach Pop ist zum einen die Eigenkreation meiner Musikrichtung, zum anderen auch die Farbe die ich sehe, wenn ich meine Musik höre. Irgendwo zwischen Sonnenaufgang und Strand, auf jedenfall positive vibes.
Wie fühlt es sich an, mit neuer Musik und neuem Album live unterwegs zu sein?
Unglaublich gut, es gibt für mich nichts schöneres als, dass ich meine Musik Leuten zeigen darf. Vorallem da das neue Album wirklich sehr ehrlich ist. Es bedeutet es mir sehr viel meine Geschichte zu erzählen und zeigt Narben wie auch meine Gefühle. Jetzt das erste Mal auf Tour damit zu sein ist das größte auf meiner bisherigen Reise für mich.
Deine Songs versprühen viel Leichtigkeit – ist das bewusst ein Gegenpol zum Alltag?
Viele kennen bestimmt diese Alltags Trott. Mein Ziel war es schon immer Menschen mit positiven messages aus dem Alltag heraus zu holen, und wenn es nur mal eine kleine Flucht an dem einen Konzertabend ist.
Was bedeutet dir der direkte Kontakt zum Publikum bei Konzerten?
Sehr sehr viel, es gibt nichts schöneres mit vielen tollen Menschen auf so eine Art und Weise und so einer Energie zu connecten. Egal ob auf der Bühne oder nach der Show – its all about love and connectio
Warum passt Hör Hin besonders gut zu deiner Musik?
Hör Hin passt zu meiner Musik wie auch zu meiner Message, da das Konzept sehr nahbar und echt ist, genau das was ich in meinen Texten so gut wie möglich in meiner Geschichte widerspiegeln möchte. Daher freu ich mich sehr bei Hör Hin mit am Start zu sein.