Mit „Zamg’hockt“ hat im Schützenhaus Münchberg ein neues Talk-Format seine Premiere gefeiert – und gleich bei der ersten Ausgabe gezeigt, wie viel Potenzial in dieser Idee steckt. Rund 80 Gäste erlebten einen ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Abend, bei dem sich alles um eine große Frage drehte: Was macht Musik mit uns?
Als Gastgeber führte Adrian Roßner mit viel Witz, Charme und feinem Gespür für Timing durch den Abend. Was als lockeres „Gwaaf“, wie er selbst es nannte, begann, entwickelte sich schnell zu einem inspirierenden Austausch über Musik, Erinnerungen, Kreativität und die Kraft von Kultur.
Auf der Bühne trafen dabei ganz unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Cora Bethke, Gerd Koppitz und Klaus Pfreundner erzählten von ihren persönlichen Zugängen zur Musik, von frühen Prägungen, von Inspiration und davon, wie Musik Menschen verbinden kann.
Mal humorvoll, mal nachdenklich, mal überraschend persönlich entstand ein Gespräch, das immer wieder zwischen Leichtigkeit und Tiefe wechselte. Es ging um erste musikalische Erfahrungen, um kreative Prozesse, um Mutmacher – oder wie an diesem Abend mehrfach gesagt wurde: um „Schubsengel“, die einen weiterbringen und manchmal erst den entscheidenden Impuls geben.
Besonders spannend war, wie unterschiedlich die Gäste auf das Thema blickten – und wie viele Gemeinsamkeiten trotzdem spürbar wurden. Ob Konzertsaal, Schulchor oder Rockbühne: Immer wieder ging es um Musik als Sprache, die Menschen erreicht und zusammenführt.
Auch das Publikum war Teil des Abends, brachte sich mit Fragen ein und machte das Format zu einem echten Gespräch statt einer klassischen Talkrunde. Genau das verlieh „Zamg’hockt“ diese besondere Atmosphäre, die zwischen Bühnenformat und Wirtshausrunde, zwischen Unterhaltung und Tiefgang pendelte.
Immer wieder sorgte Adrian Roßner mit seinen pointierten Einwürfen und fränkischem Humor für große Lacher, bevor das Gespräch wieder ernstere Themen streifte – etwa die Rolle von Kultur in einer zunehmend hektischen Welt oder die Bedeutung von Musik als verbindendes Element.
Die Premiere hat gezeigt: „Zamg’hockt“ funktioniert. Ein neues Format, das Raum für Geschichten, Gedanken und Begegnungen schafft – und Lust auf mehr macht. Die nächste Ausgabe im Oktober darf man sich schon jetzt vormerken.
Bilder: Patrick Findeiß