Am vergangenen Samstag war Matthias Egersdörfer mit seinem Programm „langsam“ bei uns im Schützenhaus Münchberg zu Gast – und nahm knapp 200 Besucherinnen und Besucher mit auf eine ganz eigene Reise: entschleunigt, scharf beobachtet und herrlich komisch.
Schon nach wenigen Minuten wurde klar, worum es an diesem Abend geht: um das bewusste Gegensteuern in einer immer schneller werdenden Welt. Egersdörfer erzählt von Situationen, in denen alles gleichzeitig passiert, in denen Worte auf einen einprasseln und das Leben scheinbar im Dauerlauf stattfindet. Und genau dagegen setzt er seine Geschichten – langsam erzählt, bedacht formuliert und mit viel Raum für Zwischentöne.
Dabei entsteht eine ganz besondere Dynamik. Die Ruhe auf der Bühne ist nie leer, sondern voller Spannung. Zwischen leisen, fast beiläufigen Beobachtungen und plötzlich aufbrechender Wut entwickelt sich ein Abend, der das Publikum immer wieder überrascht. Denn so ruhig Egersdörfer erzählt, so heftig kann er sich auch aufregen – über Alltägliches, Absurdes und das Leben im Allgemeinen.
Das Publikum im Schützenhaus ließ sich darauf ein, hörte aufmerksam zu und lachte herzlich. Immer wieder sorgten die pointierten Gedanken und unerwarteten Wendungen für große Heiterkeit – sodass am Ende des Abends klar war: Trotz – oder gerade wegen – der Langsamkeit blieb kein Auge trocken.
Ein besonderer Kabarettabend bei uns im Schützenhaus, der gezeigt hat, dass man sich manchmal einfach ein bisschen mehr Zeit nehmen sollte.
Fotos: Patrick Findeiß