Blues, Alltag und gute Gefühle

28.01.2026

>

>

Blues, Alltag und gute Gefühle

Ein Kabarettabend

mit Haltung und Humor

Wir haben mit Stephan Zinner gesprochen, der seit vielen Jahren zu den markantesten Stimmen des bayerischen Kabaretts gehört. Im Gespräch erzählt er, was für ihn einen gelungenen Abend ausmacht, warum Kabarett live eine ganz besondere Kraft entfaltet und weshalb die besten Themen oft dort liegen, wo der Alltag am unscheinbarsten wirkt.

Für Zinner beginnt ein guter Kabarettabend nicht bei der Anzahl der Lacher, sondern bei der Stimmung im Raum. Wenn sich die Menschen wohlfühlen, abschalten können und für ein paar Stunden den Kopf frei bekommen, dann ist für ihn schon viel erreicht. Gerade in einer Zeit, in der vieles schwer wirkt, sieht er darin eine wichtige Aufgabe der Bühne – und einen Beitrag dazu leistet er mit großer Überzeugung.

Was Kabarett live leisten kann, ist für ihn klar: Es entsteht etwas im Moment. Zwischen Bühne und Publikum, im gemeinsamen Erleben. Diese Unmittelbarkeit lasse sich durch kein anderes Format ersetzen. Einen Abend lang zusammen lachen, zuhören und reagieren – das habe etwas Eigenes, fast Magisches, das auch durch die beste Serie nicht zu ersetzen sei.

Seine Themen findet Zinner überall. Im Supermarkt, an der Tankstelle oder am Altglascontainer. Man müsse nur genau hinschauen und hinhören. Oft seien es gerade die kleinen, absurden Beobachtungen des Alltags, die zeigen, wie viel Stoff das echte Leben liefert – manchmal so wild, dass man es kaum eins zu eins wiedergeben könne.

All diese Gedanken fließen auch in sein aktuelles Programm „Der Teufel, das Mädchen, der Blues und Ich“ ein. Stephan Zinner hat darin den Blues – allerdings nicht als Schwermut, sondern als treibende Kraft. Mit der Energie des Blues begibt er sich auf eine Reise zu dessen Wurzeln, die nicht nur im Mississippi-Delta liegen, sondern ebenso in Trostberg in Oberbayern. Dort gibt es zwar keine Baumwollfelder, sondern Maisfelder, keinen Teufel an der Kreuzung, sondern eher in der Sparkasse am Eck. Getrunken wird kein Bourbon, sondern Rüscherl – und doch sind die großen Themen dieselben: harte Arbeit, soziale Unterschiede, die Verlockungen des Lebens und die rettende Kraft der Musik.

Gemeinsam mit dem Musiker Peter Pichler greift Zinner zur Gitarre, lässt den Blues jaulen, predigt Gospel und tanzt sich durch einen Abend zwischen Musik, Kabarett und feiner Beobachtung. Keine Therapie, kein erhobener Zeigefinger – sondern ein Abend, der berührt, unterhält und mit einem guten Gefühl nach Hause entlässt. Und ehrlich gesagt: Mehr muss ein Kabarettabend auch nicht leisten.

Kabarett

Stephan Zinner

Sa, 28.02.26

Beginn: 20:00 Uhr

Einlass: 19:00 Uhr

Stephan Zinner hat den Blues. Was nicht bedeutet, dass er niedergeschlagen ist, nein, ganz im Gegenteil. Mit der, dem Blues eigenen Energie geht er auf eine Reise zu den Wurzeln des Blues.

Barrierefreiheit